Trend it up or trend it down?


Ich habe mich eigentlich nie zu der Sorte Mensch gezählt, die jedem x-beliebigem Trend hinterher rennt. Klar, als Teenager gab es da schon mal eine Phase in der die IN-Spalte der BravoGirl mein Leben bestimmte, aber die schiebe ich der hormonbedingten Unsicherheit von damals zu.

Tatsächlich habe ich einen ziemlichen Aufwand in meine ganz persönliche Rebellion gegen das "was alle grade gut finden" gesteckt. In der Grundschule fand ich Topmodel-Blöcke doof, in der 6. Klasse sahen meine geschminkten Mitschülerinnen alle aus wie Clowns, in der 9. begegnete ich Händchenhaltenden Gleichaltrigen mit einem Augenrollen (Denn schließlich hatten diese Teenie-Beziehungen eh keine Zukunft) und sich in der Oberstufe volllaufen zu lassen war für mich das erste Anzeichen eines nahenden Kontrollverlusts über sein Leben. Natürlich kam ich dann doch fast jedesmal auf den Geschmack, aber eben immer erst dann, wenn die Massen sich etwas Neues gesucht hatten. Warum das Ganze? "Einfach aus Prinzip", hätte ich noch vor ein paar Wochen gesagt, aber wir alle wissen, dass diese Antwort schon aus den Mündern unserer Eltern nicht zufriedenstellend war.

Heute glaube ich, dass mich das Gefühl von einer Trenderscheinung überrollt zu werden abgeschreckt hat. Die kamen meines Empfindens nach nämlich wie aus dem Nichts hervorgeschossen und nahmen dann alles (Die 5-Minuten-Pause) und jeden (Die Mehrzahl meiner Mitschüler) ein. Auf einmal schienen alle sich nur noch für ein Thema zu interessieren und wer nicht bescheid wusste war raus. Ich persönlich brauche Zeit, um Veränderungen anzunehmen und anschließend zu verarbeiten. Ja, auch wenn es der Umschwung von Legofiguren auf Slime ist!
Meine Überforderung drückte sich letzten Endes in einer stark ausgeprägten Abwehrhaltung aus. Kurzum ich war sauer auf eine Sache, die ich nicht ändern konnte.

Black Coconut Ice Cream Burger im Londoner Pear Tree Café

Zwar beobachte ich den "hottesten shit" auch heute noch überwiegend mit hochgezogener Augenbraue, lasse mich immer öfter aber auch einfach mitreißen. Wenn man in einer trendy Stadt, wie London lebt lässt sich das irgendwie auch gar nicht vermeiden. Meine neueste Obsession: food trends! Mittlerweile ist es tatsächlich schon so weit gekommen, dass andere Leute MICH fragen, ob "black ice cream burger" denn nun wirklich essentiell für ein erfüllten Leben sind. Meine Antwort darauf: "Natürlich nicht!" (Lüge!) Aber Spaß machte diese Erfahrung allemal. Der ist nämlich am wichtigsten. Niemand wird zum Trendfolgen gezwungen. Stattdessen sollte sich jede/r das herauspicken, was ihm/ihr in dem Augenblick unmisslich erscheint. Es ist vollkommen in Ordnung nicht auf jede Welle aufzuspringen - Ich selbst habe z.B. immernoch kein Snapchat und bin froh darüber dem Zwang, jeden meiner Tage öffentlich zu machen, zu entgehen.

Was allerdings auch vollkommen ok ist ist in Neuem komplett aufzugehen! Den Spaß einfach mal mitzumachen kann aufregend und witzig sein. Ausserdem gibt es einem das Gefühl Teil einer Gemeinschaft zu sein, die so wahrscheinlich niemals zu Stande gekommen wäre. Schlußendlich sind Trends von kurzer Dauer. Sie gehen vorüber. Deshalb genießt sie solange sie aktuell sind oder freut euch auf den nächsten. Denn glaubt mir, der kommt garantiert.

Sarah x
P.S.: Welche Trends haben euch schon begeistert/genervt?

Eine kleine Auswahl meiner liebsten Londoner food trends ;-):

Cookie dough in Camden Town

Bubblewrap Waffles in Chinatown

Rose Lattes im “Farm Girl Cafe“

Freakshakes in "Miki's Paradise"




Kommentare

  1. Also mein Favorit war auf jeden Fall der Cookie dough!��

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen